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Apfelernte in der Holzkiste
Apfelernte in der Holzkiste

…und darum darf mein Apfel eine Stelle haben!

Bis einige Obstsorten in den Regalen von Supermärkten und Obsthändlern liegen,  haben sie schon eine lange Reise hinter sich. Um Frische zu gewährleisten werden die Waren oftmals geflogen. Diese langen Transportwege z. B. aus Neuseeland, Südafrika oder Südamerika belasten durch ihren hohen Energieverbrauch und die CO2-Emissionen die Umwelt. Fast zynisch wirkt es, wenn diese Exoten als Bio-Qualität daherkommen, haben sie doch der Umwelt auf ihrer Reise mächtig zugesetzt.

Grüne Äpfel

Dennoch – die Konsumenten freut es, sie erhalten ihre Lieblingsfrüchte mittlerweile in makelloser Qualität das ganze Jahr hindurch. Das Obst ist nach Größen sortiert und nur wenn Äpfel & Co. der Norm entsprechen, werden sie für den Verkauf zugelassen. Diese Perfektion ist auch ein Ergebnis des modernen, intensiven Obstanbaus, den wir auch bei uns finden. Er ist von niederstämmigen Obstsorten in Monokultur geprägt, die das rationalere Pflücken erleichtern. Maximaler Ertrag ist das Ziel. Der Preis für die Umwelt ist allerdings hoch, denn Pestizidrückstände in Bodenflächen und Gewässern lassen erahnen, wodurch der Apfel seine Schönheit erlangt hat.

Apfelernte in Monokulturen

Mit der Umstellung des Obstanbaus auf wenige Sorten und einer rationelleren Betriebsführung begann auch das Sterben der Streuobstwiesen. Bei dieser ursprünglichen Art des Obstanbaus findet man hochstämmige Obstbäume meist unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Arten und Sorten. Streuobstwiesen stehen auf der „Roten Liste“ und gehören zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas.

Damit uns diese Biotope erhalten bleiben, kümmern wir uns um die Umweltschützer von morgen. Dazu gründeten wir 2010 ein Schulprojekt. Zusammen mit der Gemeinde Henstedt-Ulzburg und der Stiftung Unternehmen Wald wurde eine Streuobstwiese mit insgesamt 72 verschiedenen alten Apfel- und Kirschsorten angelegt.

 

Streuobstwiese an der Abschiedskoppel in Henstedt-Ulzburg

 

Die Kinder der Grundschule „Lütte School“ und deren Eltern pflanzten gemeinsam mit uns die Bäume an. Für praxisnahe Umwelterziehung gibt es seitdem dieses „grüne Klassenzimmer“ für Schüler und Lehrer. Mittlerweile wurden auf der Wiese auch Insektenhotels aufgestellt. Besonders spannend ist, dass die Wiese unmittelbar an ein Feuchtbiotop grenzt und damit noch einmal besonders artenreich und schutzbedürftig ist. Ein Glücksfall für die Biodiversität.

 

Ein Feuchtbiotop mit Erlenbewuchs neben der Streuobstwiese

 

Dieses Projekt ist ein großer Gewinn für alle und natürlich auch für die Natur. Denn die ökologische Bedeutung solcher Streuobstwiesen ist enorm. Sie sind ein vielfältiges und artenreiches Biotop. So findet man in Streuobstwiesen bis zu 5000 Tier- und Pflanzenarten. Alte und abgestorbene Obstbäume bieten besonders Höhlenbewohnern Wohn-, Schutz- und Brutplätze wie z.B. für Steinkauze, Spechte, Meisen und Fledermäuse. Lurche und Kriechtiere sind genauso auf Streuobstwiesen anzutreffen wie Marder, Igel, Iltise und Füchse.

 

Apfelbaum auf der Streuobstwiese in Henstedt-Ulzburg

 

Der Verzicht von Pflanzenschutzmitteln sichert ein reiches Vorkommen von Insekten, Käfern und Schmetterlingen, die in der Nahrungskette anderer Tiere eine wichtige Rolle spielen. Die extensiv genutzten Obstwiesen beherbergen auch seltene Pflanzenarten wie z.B. Wiesen-Salbei, Wiesen-Glockenblume, Buschwindröschen und Wiesenkopf.

Viele dieser genannten Tier- und Pflanzenarten findet man oft in den „Roten Listen“ für gefährdete Arten der einzelnen Bundesländer. Ihr Aussterben bzw. ihre Seltenheit geht einher mit dem Verlust der Streuobstwiesen. Deshalb ist es so wichtig, etwas dagegen zu tun!

Vielleicht habe ich Sie auf den Geschmack gebracht und Sie kaufen zukünftig stärker saisonal und Ihre Bio-Äpfel beim Bauern vor Ort ein, oder noch besser: Sie pflanzen in Ihrem Garten oder Ihrer Gemeinde alte Apfelsorten und ernten dann einmal Äpfel, die gern auch einmal eine Stelle haben dürfen, dafür aber einmalig im Geschmack sind. Guten Appetit.

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